Pressemeldungen

10. September 2026

Marie Kehrstephan
schenkt „Unsichtbares Glück“ |
Hamburger Auszubildende erhält deutschen „Genuss Kultur Preis“

Hattenheim. Bei einem Festakt im Hattenheimer Weinhaus Zum Krug verlieh die Josef Laufer Stiftung den Genuss Kultur Preis Azubis an Marie Kehrstephan. In seiner Laudatio würdigte der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende HP Mayer ihren „klaren Blick auf die Liebe zu unserer Genusskultur“. Der einmal jährlich vergebene Preis zeichnet zukunftsfähige Genusskonzepte von Auszubildenden der Gastronomie aus und ist mit Preisgeldern bis zu 1.000 Euro dotiert.

„Unsichtbares Glück“ sichtbar gemacht

Im Krug bekam die Siegerin die Möglichkeit erstmals ihre Idee „Das Unsichtbare Glück – Wo Genuss zur Entdeckung wird“ als Gastgeberin des Abends im voll besetzten Gasthaus auszuprobieren. Hausherr Josef Laufer, der den Preis auch als Erbe seines Vaters zur Erhaltung gepflegter Gastfreundschaft versteht, lobte Marie Kehrstephan mit emotionalen Worten: „Du hast uns nicht einfach ein Restaurantkonzept vorgestellt. Du hast uns eine Vision geschenkt. Eine Vision davon, wie Gastfreundschaft in Zukunft aussehen kann: aufmerksam, feinfühlig, individuell und zutiefst menschlich.“

Preis würdigt auch „The Fontenay“

Die im Hamburger Hotel „The Fontenay“ lernende 21jährige hatte den Gästen bei der Reservierung schon einige Informationen entlockt, die sie in personalisierte Dekoration mit Gerüchen und Farben nutzte. Das komplette Menü war diesen Grundideen verschrieben und begeisterte die Gäste. Obwohl sich die Restaurant- und Veranstaltungsfachfrau und alle Teilnehmer zum ersten Mal begegneten schaffte sie eine beeindruckende Bindung ab dem ersten Moment. „Mit welcher Hingabe du den Gast in den Mittelpunkt stellst, nicht als Kundin oder Kunde, sondern als Menschen mit Erinnerungen, Gefühlen, Vorlieben und Stimmungen. Du schreibst davon, dass wahres Glück oft in den kleinen Dingen liegt. In einem Duft. In einem Blick. Und genau darin liegt die große Kraft deines Konzepts“, unterstrich Mayer diese besondere Herangehensweise. „Auch kulinarisch zeigt dein Konzept enorme Reife und Innovationskraft. Die Idee, bekannte Produkte immer wieder neu zu entdecken — wie deine „Paprika in fünf Texturen — verbindet Handwerk, Fantasie und Mut auf beeindruckende Weise.“

Ermutigende Nachwirkungen

In Ihrer Dankesrede betonte die Preisträgerin, dass der Preis und der Abend der Verleihung nach lange nachwirken wird. „Ich habe werde nun neben der Leidenschaft auch das Drumherum nie aus den Augen verlieren. Es tut gut, Menschen an seiner Seite zu wissen, die nicht nur fachlich inspirieren, sondern auch menschlich begleiten und ermutigen.“ Der lange anhaltende Applaus zum Ende des Festakts unterstrich diese Schlussworte.

Hintergrund: Beim Genuss Kultur Preis bewerben sich Auszubildende aus ganz Deutschland und beantworten die Frage: „Stell dir vor, du hast ein eigenes Restaurant. Wie machst du deine Gäste glücklich?“. Auf Basis dieser niedrigen Einstiegshürde bewerben sich die Talente. „Wir erhalten erstaunliche Rezepte für eine zukunftsweisende Gastronomie“, freut sich Laufer über die Ergebnisse des erstmals 2023 ausgetragenen Wettbewerbs. Die besten zehn Bewerber stellen sich in einem Interview, aus dem dann die ersten drei von einer Jury aus Sterne-Köchen und anderen Gastronomie-Profis gekürt werden. Marie Kehrstephan setzte sich dabei vor Hannah Wohletz (Platz Hotel, München) und Pauline Ramm (Söl‘ring Hof, Sylt) durch. Die Zweit- und Drittplatzierte werden bei einer eigenen Veranstaltung ausgezeichnet und dürfen dann als Gastgeberin ihre Ideen für Genuss präsentieren.


16. Oktober 2025

Ed Ladino vergoldet Kartoffeln |
Hamburger Azubi gewinnt deutschen „Genuss-Kultur-Preis„

Assmannshausen. Auf einer Bootstour mit dem aussagekräftigen Titel „Genuss auf dem Fluss“ erhielt der in Kolumbien geborene Ed Ladino Samboni den Genuss-Kultur-Preis der Josef Laufer Stiftung. Die mit 500 Euro dotierte Ehrung bekam der im Carls an der Hamburger Elbphilharmonie angestellte Auszubildende für seine kulinarische Geschichte der Kartoffel auf ihrem Weg von seiner Heimat in Südamerika nach Europa. Die theoretische Aufgabenstellung „Stell dir vor, du hast ein eigenes Restaurant. Wie machst du deine Gäste glücklich?“ hatte er damit in den Augen der Jury mit Bravour gelöst. Den praktischen Beweis trat er nun auf dem Schiff „RheinStar“ der Rüdesheimer Rössler-Linie in Assmannshausen an.

60 Gäste applaudierten einem der größten Talente der Gastronomie für seine Ausführungen und sein Drei-Gang-Menü mit Ajiaco Santafereño, einer Kartoffel-Hühnchen Suppe mit Guascaskraut, Frühlingslauch, Reis, Avocado und garniert mit Kochbananen Chips als Vorspeise. Das Hauptgericht war eine Causa Limeña, ein Kartoffelauflauf mit roter Bete und Räucherforelle, dazu Mais-Krokant, Aji-Amarillo-Sauce und gebratenem Lachsforellenfilet. Zum Abschluss genossen die Schiffsbesucher Dulce de Boniato, ein kaltes Süßkartoffel-Flan mit Karamellsauce, Zwetschgen und Walnuss Crumble. Als Küchenpersonal durfte der Preisträger als „Chef des Abends“ den Wirt des Weinhauses „Zum Krug“, Josef Laufer, und den ehemaligen Sterne-Koch im Grauen Haus, Egbert Engelhardt, neben Auszubildenden der Reederei und des Hattenheimer Weinhotels delegieren.

Zum Essen hatte die Vereinigung Zeilensprung e.V. rund um die anwesenden Weinmacher Theresa Breuer, Mariett Schmoranz, Pascal Sohns, Sebastian Hanka und Marcel Dillmann unterstützende Weine beigesteuert und nebenan auch eine Verkostungstheke eingerichtet. Schiffseignerin Bianka Rössler hatte sich ebenso die Genuss-Veranstaltung nicht entgehen lassen und begrüßte die Gäste auf dem Rhein, den sie aufgrund seiner eigene, langen Geschichte und Verkehrsader nicht nur im Rheingau als perfekten Ort für eine solche Veranstaltung bezeichnete.

„Wir freuen uns sehr, ein herausragendes Talent entdeckt zu haben“, strahlte Stiftungsgründer Josef Laufer in seiner Ansprache. „Mit seiner Geschichte der Kartoffel auf ihrem Weg in der Kolonialzeit von Kolumbien über Spanien bis ganz Europa hat er uns nicht nur die Vielfältigkeit der oftmals als Beilage unterschätzten Knolle gezeigt, sondern auch neue Erkenntnisse in die Geschichte seiner und unserer Heimat beigebracht.“ Laudator HP Mayer ergänzte, dass „Genuss schließlich nie ausschließlich Essen und Getränke beinhaltete, sondern immer ein Gesamterlebnis aller Bestandteile auf dem Teller und drumherum von Atmosphäre bis zum Wetter, Licht und Musik. Alle Sinne müssen genießen können, um wahrhafte Freude dabei zu empfinden“. Dies sei Ed Ladino vortrefflich gelungen.

Der Stiftungsrat würdigte in seiner Laudatio nicht nur diese Leistung, sondern berichtete auch von dem erstaunlichen Lebensweg des 34-Jährigen. In den Anden unweit von Bogota war er aufgewachsen, kochte bereits seit seiner Kindheit gerne und zeigte auch großes Interesse an Kunst und Kultur. Fotografie wurde seine erste Leidenschaft, die er mit einem Journalismus-Studium intensivierte. Als Kultur-Journalist war in Kolumbien unterwegs und gründete parallel mit Freunden und seiner Mutter ein kleines Bistro, in dem schnelle, aber dennoch ausschließlich frisch zubereite Gerichte und eigene Fruchtsäfte auf den Tisch kamen. Seine Heimat wurde für den aufstrebenden und schon erfolgreichen Unternehmer jedoch unsicher, den einzigen Ausweg sah er in der Flucht. Die trieb ihn nach Europa und schließlich nach Hamburg, wo er nach kurzen Aushilfsjobs in der Gastronomie bei Sterne-Koch Thomas Martin anheuerte und im Restaurant Carls eine Lehre begann. Seine bereits in den Heimat erlernten Deutsch-Kenntnisse halfen und aufgrund seiner Erfahrungen wurde seine Ausbildung auf zwei Jahre beschränkt. Diese endet nun Anfang 2026.

Mit dem Preisgeld will Samboni sich professionelle Messer kaufen, die ihn auf seinem weiteren Weg begleiten sollen. Diesen plant er weiterhin in der höheren Gastronomie, um sich weiterzuentwickeln und vielleicht eines Tages im eigenen Spitzenrestaurant seine Gäste glücklich zu machen.


30. Mai 2025

Sonnenalp-Talent sorgt für innere Ruhe |
Katharina Möhrle ist innovativste Auszubildende in Deutschland

Ofterschwang. Bei einem 4-Gang-Menü bewies die 22jährige Schwarzwälderin Katharina Möhrle ihr außergewöhnliches Talent als angehende Köchin und Gastgeberin im bayerischen Luxus-Resort „Sonnenalp“. Ihr Genuss-Konzept überzeugte die Jury der Josef Laufer Stiftung einstimmig. Zusammen mit dem Siegerpokal überreichte Stifter Josef Laufer im Rahmen des kulinarischen Festaktes im Sterne-Restaurant „Silberdistel“ ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Im Gourmet-Tempel des Ofterschwanger Resorts versammelten sich die Gäste an den drei langen Tafeln. Nach einer kurzen Begrüßung durch die an diesem Abend zur Gastgeberin beförderten Preisträgerin erläuterte Laudator HP Mayer die Idee hinter dem „Genuss Kultur Preis Azubis“. Es sei sicherlich selbstverständlich, dass Köche, Restaurant- oder Hotelfachkräfte täglich ihr Bestes gäben und ihr Handwerk beherrschen. „Wenn jedoch die Erwartung der Gäste weit übertroffen würde und Überraschungen erfreuten, entstehe ein Genuss-Erlebnis der besonderen, unvergesslichen Art.“ Die Stiftung arbeitet unter dem Motto „Unvernünftige Gastfreundschaft“, ein Platzhalter für das gewisse Extra, das bei den Besten ihres Fach nahezu natürlich vorhanden sei.

Innere Ruhe für perfekten Genuss schenken

„Du hast unsere Jury mit deinem Konzept „unplugged“ überzeugt. ‚Echte Momente – echte Begegnungen – echten Genuss‘ schreibst du und triffst damit den Kern: es geht nie um das Produkt allein, es geht immer um das Ganze, um die Menschen, den Rahmen, den Moment. ‚In einer rasant an Fahrt aufnehmenden Zeit, die uns im Alltag kaum Raum zum Luftholen lässt‘, gehst du auf den ersten Blick einen Schritt zurück in eine gute, alte Zeit. Auf den zweiten Blick ist es aber genau das Gegenteil: du addierst das ‚Heute‘ mit dem ‚Früher‘ zu einem ‚zukunftsfähigen Genusskonzept‘. Es ist das Banale, dass du betonst, und dass uns besonders beeindruckt hat. Natürlich möchtest du ein gutes Essen servieren, einen herrlichen Wein ausschenken, aber ganz oben auf deiner Agenda steht: du willst ‚eine innere Ruhe schenken, mit der der bewusster Genuss erst möglich wird‘“, honorierte Mayer stellvertretend für den Stiftungsrat.

Nachhaltigkeit und Regionalität im Focus

Die Aufgabe für die Bewerber zum Genuss Kultur Preis war einfach formuliert: „Stell dir vor du hast ein eigenes Restaurant. Wie machst du deine Gäste glücklich?“ Aus allen Teilen des Landes flatterten die Bewerbungen ein, viele hochinteressante, wie der Laudator verriet. Die Themen ‚Nachhaltigkeit‘ und ‚Regionalität“ seien auffallend häufig vertreten gewesen. Das bemerkten auch die Partner der Stiftung für Genuss Kultur Preis sind DEHOGA und Azubiweb, die beide unmittelbar mit und zu den Auszubildenden kommunizieren.

Stifter Josef Laufer aus Hattenheim im Rheingau war selbst in das Allgäu gereist, um den Preis unter den Augen des Sonnenalp-Geschäftsführer Michael Fäßler und den Sterne-Köchen Egbert Engelhardt und Co-Gastgeber Florian Wagenbach sowie dem Oberkellner des Jahres 2012, Brian McLaren, zu überreichen. Er erinnerte an seine Vorfahren, die sein Weinhotel „Zum Krug“, das 2023 zum „Gasthaus des Jahres“ gewählt wurde, mit der gleichen Gastfreundschaft und Liebe zum Details zu dem gemacht hatten, was er und seine Stiftung heute fördern möchte. „Genussbereiter wissen, wie man Gäste glücklich macht. Und wie Genussempfänger lernen können, wie man genießt.“

Ohne Handys, ohne Uhren genießen Die Preisträgerin Katharina Möhrle plauderte in ihrer Dankesrede über ihre Vorstellungen für perfekten Genuss. „Erst durch die volle Aufmerksamkeit, die man Speisen, Getränken, Dekoration und den Menschen schenkt, wird perfekter Genuss möglich.“ Aus diesem Grund wurden am „Unplugged“-Abend Uhren, Smartphones und andere Mobilgeräte freiwillig abgegeben. Nur die Menschen und das Menü inmitten des Panoramas der Berge rund um die „Silberdistel“ standen fortan im Mittelpunkt. Die Siegprämie investierte die im Schwarzwald geborene Gewinnerin in die fünfbändige Bibel für Köche der Neuzeit: „Modern Cuisine“. Den Rest will sie für kulinarische Reisen ausgeben, um neue Eindrücke zu sammeln. Michael Fäßler „freute sich sehr, diesen besonderen Abend austragen zu dürfen“. Sein Team um Sterne-Koch Florian Wagenbach unterstützte Katharina Möhrle in Küche und Service. Damit wurde auch ihr eigener Traum war: sie war für einen Moment Chefin ihres eigenen Restaurants.